Cisnadie / Heltau

Flug RO316 mit der Tarom Air vom Flugplatz München. Mein Flieger geht um 10.25 Uhr Sommerzeit. Ich bin zwei Stunden vorher, zum Check-In, schon im Münchener Flughafen. Am Check-In Schalter der rumänischen Tarom Air, gebe ich meinen Koffer auf und erhalte meine Bordkarte. Alles geht schnell und reibungslos, da ich mein Flugticket für Rumänien als E-Ticket über das Internet gebucht habe. Dann durch die Passkontrolle und die Durchleuchtung von Handgepäck. Eine Leibesvisitation bleib mir erspart. Danach sitze ich in der Abflughalle und warte auf meinen Abflug nach Rumänien. Pünktlich um 10.25 Uhr startet die Maschine nach Rumänien. Eine moderne Mittelklasse-Maschine mit Turbinen-Triebwerken mit viel Platz in sehr bequemen Sesseln. Ich bin sehr überrascht über diesen Komfort.

Pünktlich um 13.15 Uhr Sommerzeit, Rumänien, landet der Flieger auf dem neu ausgebauten Flughafen in Sibiu/Hermannstadt. Nach dem Aussteigen aus dem Flugzeug, werden wir mit dem Bus zum Flughafengebäude gefahren. Dann Koffer abholen und Passkontrolle. Das geht schnell und reibungslos, bis ich mich umschaue, stehe ich vor dem Flughafengebäude von Sibiu/Hermannstadt und warte auf meine Bekannten. Es ist strahlend blauer Himmel, 16 C warm, und es bläst ein frischer kräftiger Wind. Ich fühle mich gleich richtig wohl, das Wetter hier in Rumänien ist ganz nach meinem Geschmack. Nach kurzer Begrüßung sitzen wir schon im Taxi nach Cisnadie/Heltau. Von Sibiu/Hermannstadt nach Cisnadie/Heltau sind es ungefähr 18 Km. Das Taxi kostet umgerechnet ca. 12 Euro. 6 Tage Cisnadie/Heltau stehen mir nun bevor. Ich werde die Tage sehr genießen.

Schon am nächsten Tag ging es mit einem Spaziergang durch das mittelalterlich anzusehende Städtchen Cisnadie/Heltau, los. Als ehemalige sächsische Gemeinde mit Namen Heltau, wird die Gemeinde urkundlich um 1323 erstmals erwähnt. Die Gemeinde liegt am Fuße des Götzenberges. Schon seit dem Mittelalter ist Heltau ein kleines Weberstädchen und ist heute noch das Zentrum der Textilindustrie.

Cisnadie/Heltau hat ca. 18 000 Einwohner und liegt ungefähr 450 m über dem Meeresspiegel. Das rumänische Städtchen liegt liebevoll umgeben von bewaldeten Hügeln und kleineren Bergen, im Tal. Als phantastische und atemberaubende Kulisse im Hintergrund sehen Sie die mächtigen Karpaten. Von hier aus sehen Sie sogar das in den Bergen, den Karpaten, noch Schnee liegt. Kein Wunder, sie sind doch mindestens beachtliche 2000 m hoch und mehr.

Unser Spaziergang führt uns an der mittelalterlichen anmutenden Häuserkulisse, in Richtung Zentrum. Keine Frage, die Haupt-Sehenswürdigkeit befindet sich mitten im Städtchen an der Hauptstraße. Eine rumänische Kirchenburg mit einem mächtigen Glockenturm, die von weitem schon zu sehen ist. Die Kirchenburg ist vollständig erhalten, eine Dreischiffige romanische Basilika mit einem mächtigen Glockenturm. Um Ende des 15 Jh. ausgebaut zur Wehrkirche mit doppelten Wehrmauern, zwischen denen ursprünglich ein Wassergraben verlief. Heute sehen Sie anstelle des Wassergrabens, teilweise in die Mauer eingelassene, kleine Geschäfte.

Im inneren der Kirchenburg sind noch Reste alter Innenmalereien erhalten, die Sie bewundern können. Außerdem beherbergt die alte Kirchenburg in Cisnadie/Heltau eine Ausstellung historischer alter Bücher(z.B. das weltbekannte „Missale“ von 1330), die Sie besichtigen können. Sogar ein Saal für Kammerkonzerte wurde hier
eingerichtet.

Die rumänische Kirchenburganlage hat mich sehr beeindruckt, besonders der Glockenturm und die gut erhaltenen starken Befestigungsanlagen, die von außen an der Hauptstraße gleich sichtbar sind. Wer noch Lust und Laune hat, kann sich noch das Textilmuseum und die Werkstätten für historische Weberei anschauen. In den Räumen werden Apparate, Webkunst-Techniken und Bücher gezeigt.

Für rumänische Verhältnisse macht Cisnadie/Heltau einen guten gepflegten Eindruck. Sie sehen sofort, dass an allen Ecken und Enden gebaut und renoviert wird. Manches ist noch nicht fertig gestellt und wird auch meiner Ansicht nach noch etwas länger dauern, aber hier in Rumänien gehen die Uhren noch etwas langsamer und gemächlicher.

Links und rechts der Hauptstraße durch die Innenstadt, sehen Sie mit Bäumen bepflanzte Holzkübel, angelegte Grünstreifen mit Blumen und schöne gußeiserne Laternen als Straßenbeleuchtung. Die Verkehrsinseln sind mit Bäumen und Blumen bepflanzt und kurz vor der Kirchenburg befindet sich eine sehr schöne Springbrunnen-Anlage mit Marmor gebaut, umgeben von kleinen Bäumchen und Blumen. Besonders schön anzuschauen sind die links und rechts der Straßenseite verlaufenden alten traditonellen rumänischen Holztore. Keines gleicht dem anderen und jedes hat seinen eigenen Charme, einfach prachtvoll.

Die Häuserfassaden der mittelalterlichen rumänischen Innenstadt sind alle renoviert und sauber in den schönsten Pastell-Farben gestrichen. Keine Fassade gleicht der anderen. Und die prächtigen Dächer mit ihren vielen Dachgauben, Türmchen und Kaminen runden das gesamte Bild der Innenstadt herrlich ab. Sogar von hier aus, sehen Sie immer im Hintergrund die stattlichen Berge des rumänischen Hinterlandes. Sie müssen hier auf nichts verzichten. Es gibt links und rechts der Straße mehrere Einzelhandels-Geschäft aller Art, Bars, Gaststätten, Banken und Souvenierläden.

Weiter Stadtauswärts, grob in Richtung Rasinari, kommen Sie kurz vor der Grundschule, an einem Kriegerdenkmal mit einem Geschütz aus dem 2. Weltkrieg vorbei. Die Schule auf der linken Straßenseite ist ein sehr langes, 2-stöckiges Gebäude und in einem schönen Pastell-Orange gestrichen. Was mir bis jetzt auffällt ist: Alle Bürgersteige und Straßen sind gepflastert und geteert und in einem sauberen gekehrten Zustand. Auch Dinge wie: Straßenmarkierungen, Zebrastreifen und Straßenbeleuchtung sind überall vorhanden. In Rumänien leider noch nicht landesweit der Standard.

Aber, ich möchte Ihnen das nicht vorenthalten und Ihnen ein falsches Bild vermitteln, auch in Cisnadie/Heltau ist es so, wie ich es in ganz Rumänien schon gesehen habe. Sobald Sie die Stadt näher erkunden und in die Gassen neben der Hauptstraße gehen, werden Sie wahrscheinlich nicht mehr so begeistert sein. Hier fehlt es sprichwörtlich an allem. Wir laufen dann weiter und sehen rechts eine orthodoxe Kirche und hundert Meter weiter, auf der linken Seite der Straße, begegnet uns noch eine im Bau befindliche Kapelle. Genau genommen fehlt noch der Außenputz, nur der Glockenturm ist schon fertig und erstrahlt in einem kräftigen gelb.

So kommen wir langsam an den Ortsrand von Cisnadie/Heltau. Grob gesagt Richtung Rasinari. Bevor der Ort zu Ende ist, sehen Sie rechter Hand viele neu gebaute mehrstöckige moderne Reihenhäuser. Das Schlußlicht des rumänischen Ortes bildet auf der rechten Seite, ein sehr großer Kinderspielplatz. Jetzt haben Sie wieder freien Blick auf die näheren Hügel und Berge. Der Blick auf diese schöne Landschaft, mit einer noch ursprünglicheren Natur wie in Deutschland, macht richtig Laune um zu Wandern. Wanderer finden in Rumänien eine Vielfalt geradezu atemberaubenden Möglichkeiten zu wandern, vor. Hier um Cisnadie/Heltau gibt es die verschiedensten Fahrrad- und Wanderrouten für Touristen.

Ich entschließe mich wieder zurück zu gehen, um noch das SOS-Kinderdorf auf der anderen Seite von Cisnadie/Heltau zu besuchen. Also drehe ich um und gehe wieder zurück durch die schöne Innenstadt. Im Zentrum angekommen, halte ich mich links, Richtung Kirche. Cisnadie/Heltau hat außer der Kirchenburg, noch zwei Kirchen und eine Kapelle. Die Straße ca. 200 m entlang und dann rechts die erste steile Straße, mitten durch die Häuserreihen, den Hügel ganz hinauf.

Oben angekommen können Sie nun einen wunderbaren Ausblick über ganz Cisnadie/Heltau genießen, das einmalig schön in die Landschaft eingebettet liegt. Im Hintergrund sind immer die prächtigen Berge der Karpaten zu sehen. Nach weiteren 5 Min gehzeit, erreichen wir das SOS-Kinderdorf. Eine sehr gepflegte Anlage mit mehr als 10 Einfamilienhäuser sind hier zu sehen. Man hat mir gesagt, dass hier elternlose und verstoßene Kinder ein neues Zuhause finden. Rechts von der Straße, genau gegenüber, sehen Sie noch endlose Reihen von Obstbäumen, bis zum Horizont hinauf.

Hier beende ich meinen Reisebericht. Schreiben könnte ich noch leicht das doppelte, aber das würde hier den Rahmen sprengen. Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesem kleinen Reisebericht ein wenig Lust auf eine Reise nach Rumänien machen konnte.

Mein Tipp: besuchen Sie das malerische und reizvolle Cisnadie/Heltau noch dieses Jahr. Eine Reise lohnt sich auf jedem Fall.

Wenn Sie eine preiswerte und sehr gepflegte Unterkunft bei einer sächsischen Familie, direkt in Cisnadie/Heltau suchen, so können Sie bei mir kostenlose Informationen per E-Mail anfordern, unter info@reisebericht.info

Incoming search terms: